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Die eierlegende Wollmilch-Sau.

Früher war ein Künstler einfach noch ein Künstler. Heute ist ein Künstler die eierlegende Wollmilch-Sau. Ich auch.


Und das ist manchmal ganz schön anstrengend, weil fordernd. Als Künstlerin möchte ich einfach nur Kunst schaffen, aber das ist ja heutzutage fast gar nicht mehr möglich.


Wenn ich ein Kunstwerk beginne, dann sollte ich mindestens dahingehend vorbereitet sein, dass ich mein Stativ mit Handy bereits in Position habe um die elementarsten Entstehungsschritte in Bild und Ton, aber optimaler noch in Video festzuhalten. Steht dann endlich alles bereit, kann es losgehen, aber wie sehe ich aus?

Du siehst schon, der Künstler kann nicht "einfach so" malen, er sollte sich erst noch kameratauglich stylen, optimalerweise im angesagten Künstler-Outfit, nicht im schäbigen Malkittel.


Wenn das Kunstwerk dann fertig ist, geht es eigentlich erst richtig los.

Das neue Werk wird im (aufgeräumten!) Atelier gehängt und dann von allen Seiten, in allen möglichen Ausschnitten fotografiert. Hochauflösend natürlich, weil man die Bilder ja eventuell auch als NFT's oder für Printmedien braucht. Ach, und mach doch noch ein Video, das sehen Interessenten auch so gerne.

Ist das getan, werden die Bilddateien bearbeitet und die hohe Auflösung wieder runter gerechnet. Sonst hat die Webseite Ladezeiten, die man niemandem zumuten kann.


ChatGPD oder selbst getextet?

Als nächstes stehen die Texte zum Gemälde an. Inspiration und Gedanken zum Gemälde sollten schon auch rein und wenn möglich auch noch meine Vision mit der Du Dich dann später identifizieren sollst :-)


Dann kommt auch schon der Upload: Gewinner ist jetzt der, der eine gut funktionierendes Ablagesystem im Computer hat, dann findet er seine Bild- Video- und Text-Dateien auch wieder.


Halt! Ich hab die Raumbeispiele vergessen! Schnell nochmal Photoshop geöffnet und das Gemälde schön im Raum drapiert. Jetzt aber. Upload in den Kunstkatalog.


Hab ich schon erwähnt daß Künstler heute mindestens ein Design plus Webdesign-Studium zusätzlich haben sollten?


Zurück zum Kunstkatalog, Der ist onlinebasiert, also rein mit dem neuen Gemälde und aktualisierten. Dann upload auf die Webseite, Instagram, Facebook und LinkedIn. Die Videos dann als Reels abdrehen und auf YouTube und TikTok einstellen. Ach, und die Onlinegalerien nicht vergessen.


Und dann ist es auch schon geschafft.


Ich sehe mein neues Gemälde online und bin begeistert und frage mich nach einer halben Stunde wie es sein kann, dass noch immer keine Kaufanfragen bei mir eingehen.


Du siehst mein neues Gemälde online. Du siehst meine Inspiration und meine Arbeit und bist vielleicht auch begeistert.


Und ab heute siehst Du neben dem Künstler auch den

Fotografen

Videografen

Designer

Webdesigner

Texter

den "fast schon Influenzer"

Content-Creator

IT Spezialisten

und den Blogger:

Die eierlegende Wollmilch-Sau.


Ganz ehrlich? Ich mag jeden Einzelnen dieser Schritte, vor allem aber das Malen.

Und ich poste dies nicht um zu jammern, ich möchte einfach nur zeigen, dass Künstler sein soviel mehr ist als nur Kunst schaffen.


Damit Du Dir vorstellen kannst was alles hinter einem Gemälde steckt zeige ich hiermal das "making of" Video meines neuen Gemäldes TAKE THE MAGNOLIA LANE ist gerade fertig geworden: Zum Video bei YouTube.





Ich freue mich über Dein Interesse am Leben eines Künstlers und auch darüber daß Du mir Deine Fragen und Anregungen in den Kommentaren schreibst oder per E-Mail sendest an info@karindoering.de


Herzlich,

Deine Karin



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